Wurde das Evangelium oder der Kanon auf dem Konzil zu Nicäa beschlossen oder verändert?

Behauptung: 

Kaiser Konstantin (306–337) verfügte auf dem Konzil zu Nicäa dass Jesus Gott ist, vernichtete Evangelien und/oder verfügte den Kanon der Heiligen Schrift.


Antwort:

Das wird zwar immer wieder so oder so ähnlich behauptet, jedoch ist das frei erfunden und widerspricht allen historischen Fakten.

Weder wurde auf dem Konzil zu Nicäa bzw. durch Konstantin auch nur ein Buchstabe des Evangeliums verändert, noch war der Kanon das Thema des Konzils. Es ging ausschließlich um die Auslegung der Schrift.

Der Kanon der Schrift wurde auch niemals "verfügt", sondern der etablierte Kanon wurde anerkannt, und das nach Konstantin (Im Jahr 367 durch Athanasius)

Auch wurde das Christentum erst im Jahr 380 zur Staatsreligion Roms (durch Theodosius), also ebenfalls lange nach dem Konzil, welches im Jahr 325 statt fand.

Das Thema des Konzils war der Disput zwischen Arianern und Trinitariern.

Dabei ging es ausschließlich um die Wesensgleichheit des Sohnes und des Vaters, wobei die trinitarische Position (Vater und Sohn sind wesensgleich) die Lehre der Apostel selbst und der ersten Christen widerspiegelt.

Die Arianer vertraten eine absolute Minderheit, nur etwa 20 der 300 anwesenden Bischhöfe waren Arianer.

 

Während Arianer zwischen der Stellung des Vaters und des Sohnes unterschieden, erkannten die Trinitarier eine vollständige Wesensgleichheit zwischen Vater und Sohn (Homoousios).

Die Arianer glaubten, dass der Sohn Gottes zwar vor aller Schöpfung - aber doch Selbst geschaffen wurde, und somit Teil der Schöpfung sei, wohingegen Trinitarier die ewige Existenz des Sohnes vertraten.

Die göttliche Natur Jesus Selbst stellten weder Arianer noch Trinitarier jemals in Frage.

 

Dass die Position der Trinitarier die Richtige ist, ergibt sich aus dem Evangelium selbst und lässt sich biblisch begründen.

So spricht Jesus vor Seiner Kreuzigung :

"Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war."

(Johannes 17:5)

Und als die Juden mit denen Jesus sprach sich auf Abraham beriefen, entgegnet Er ihnen :

"Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich! "

(Johannes 8:58)

 

Die trinitarische Position ist also biblisch gut begründet, und sie entspricht auch dem, was die Apostel und ersten Christen lehrten und glaubten. 

Auf dem Konzil wurde weder das Christentum geändert noch die Gottheit Jesus erfunden oder verfügt,

es ging allein um die Deutung der Schrift und nicht um inhaltliche Veränderung der Schrift selbst.

 

Zudem : Kein Christ glaubt etwas, weil es in einem Konzil beschlossen wurde, sondern die Gottheit Jesus ergibt sich aus dem Evangelium selbst. 

 

Hier ein kurzes Video in dem die Fakten zum Konzil dargelegt werden (Mit Quellenangaben) :

 

Fazit :

1. Auf dem Konzil wurden keine Evangelien vernichtet

2. Der Kanon wurde weder beschlossen noch verfügt noch war er Thema des Konzils

3. Es ging ausschließlich um die DEUTUNG des Evangeliums

4. Auch die Arianer stellten nicht die göttliche Natur Jesus, Seine Kreuzigung oder Seine Auferstehung in Frage.

 

Vielen Dank fürs Lesen und Gottes Segen im Herrn Jesus!

 

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Tags: Arianer, Athanasius, Dreieinigkeit, Fälschung, Kanon, Konstantin, Konzil, Nicäa, Trinitarier, Trinität

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Kommentar von Tom:
Klasse. :-) Danke dafür und Gottes Segen Dir. A†Ω
Geschrieben am: 29.03.2013, 14:52