Was meinte Jesus, als er sagte, dass die Menschen ''Götter'' sind? (John 10:34)

Johannes 10:34 lautet: 

 

''Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: «Ich habe gesagt: Ihr seid Götter»?''

 

Diese Äußerung folgte direkt auf die Vorbereitung der Juden auf die Steinigung des Herrn wegen seiner Aussagte in Vers 30: 

 

''Ich und der Vater sind eins''

 

Seine Zuhörer hatten ganz richtig verstanden, dass er seine Gottheit mit Worten geltend machte, die an die Drei-einigkeit denken ließen. Daraus schlossen sie, dass er Gott lästerte, denn obwohl er nur ein Mensch war ( wie sie vermuteten), stellte er sich als Gott dar (Vers 33). Um ihrer Feindseligkeit und Ablehnung entgegenzutreten, zitierte Jesus aus Psalm 82:6:

 

''Ich habe gesagt: «Ihr seid Götter und allzumal Kinder des Höchsten''

 

Mit dem Zitat aus Psalm 82:6 wandte sich Jesus an einen Vers aus den unfehlbaren, unauflösbaren Schriften, der die Bezeichnung oder den Titel ''Gott'' bestimmt, aber gewiss nicht allen Menschen zuschreibt, sondern nur denen, ''an die das Wort Gottes erging'' (Johannes 10:35)

Den Menschen, die von Gott auserwählt waren, seine errettende Wahrheit zu überbringen und sein heiliges Gesetz auszuführen, wurde eine göttliche Dimension hinzugefügt. In Psalm 82 spricht Gott Richter und Verwalter an, die auserwählt waren, um als seine Repräsentanten beim Lehren und Einhalten seines heiligen Gesetzes zu dienen. Einige dieser feierlich beauftragten Richter ließen eine ungerechte Amtsausübung erkennen und stellten sich auf die Seite der Reichen, obwohl diese im Unrecht waren (V. 2). Im Grunde genommen drückt Psalm die Verurteilung dieser ungerechten Juristen aus und sagt: ''Auch wenn ihr den Status von Angehörigen der Familie Gottes habt und nach seinem Namen genannt werdet: Wegen eurer Untreue gegenüber der heiligen Pflicht werdet ihr wie die anderen Menschen sterben und wie einer der Obersten der underretteten Welt fallen.''

Indem er Psalm 82:6 als ein Argument zur Bestätigung seines einzigartigen Status als Sohn Gottes benutzt, macht Jesus eine bedeutsame Unterscheidung oder Gegenüberstellung zwischen seiner eigenen Person und der erlösten Menschheit. In Johannes 10:35-36 sagt er:

 

''Wenn es diejenigen Götter nennt, an welche das Wort Gottes erging (und die Schrift kann doch nicht aufgehoben werden),  wie sprechet ihr denn zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst! weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?''

 

Das bedeutet. dass die alttestamentlichen Gläubigen, die aufgrund von Gottes Gnadenverheißungen in eine Bundesbeziehung mit Gott getreten waren, den Status von Angehörigen der Familie Gottes erlangt hatten. Gott der Vater hatte sie in seine heilige Familie aufgenommen. Es war kein wesenshafter und ewiger Status, aus den sie ein Recht hatten oder der eine Belohnung für ihre Tugendhaftigkeit oder ihren Gehorsahm darstellte, sonder ein Privileg, das ihnen auschließlich durch Gottes Gnade verliehen wurde. (auch in den folgenden Bibelstellen werden alttestamentliche Gläubige unter dem Bund beneelohim genannt: 1. Mose 6:2- das sich in Wirklichkeit auf Gläubige aus der Linie von Set bezieht und nicht auf Engel, wie manche unterstellt haben; 5Mo 14:1; 32:5; Ps 73:15 (''deiner Söhne''); Hos 2:1).

In Johannes 10:36 trifft Jesus eine Unterscheidung zwischen erlösten Sündern unter dem alten Bund und seiner eigenen Person als dem Sohn, der schon ewig mit dem Vater in der Herrlichkeit existierte - der Sohn, der für seine Ausgabe als Messias und Erlöster seines Volkes Gottes ''geheiligt'' (oder feierlich abgesondert) wurde. Nachdem er im Himmel geheiligt war, sandte der Vater ihn auf die Erde in eine sündenverlorende Welt, die einen Erlöser brauchte. Im ganzen Johannes-Evangelium wird Jesus als der eine hervorgehoben, der von Gott dem Vater herabgesandt wurde (Johannes 4:34; 5:23-24.30; 6:38-40.44.57;7:16.18; 8:16.18; 9:4; 10:36; 11:42; 12:45.49; 14:24; 15:21; 16:5; 17:3.18.21.23.25; 20:21). In diesem Sinne ist er absolut einzigartig: Auch wenn Propheten wie Johannes der Täufer von Gott zu den Menschen gesandt wurde (John 1:6), so wurden sie doch nur von der Erde auf die Erde gesandt - nur Christus wurde vom Himmel (seinem Zuhause) auf die Erde gesandt. Er ist der Sohn Gottes aufgrund seines ewigen Status als Gott; Gläubige sind nur Söhne Gottes, weil Gott sie in seiner Gnade berufen und angenommen hat. Unser Herr meint hier keinesfalls, dass wir Söhne Gottes sind, wie er es ist - und lediglich ein geringeres Maß an Heiligkeit und Tugend vorzuweisen hätten.

Kein Missverständnis könnte falscher sein als dieses. Vielmehr bestätigt er, dass seine Zuhörer nicht erschrecken sollten, wenn er sich selbst als Gott darstellt, da ihnen selbst laut ihren heiligen Schriften der Status von Göttlichkeit durch die Annahme in Gnade verliehen wurde. 

Eine zusätzliche Beobachtung passt zu der gelgentlichen alttestamentlichen Verwendung von Elohim für Gläubige unter dem Bund. Es scheint hier eine Analogie zu nationalen Bezeichnungen zu bestehen wie bene Yisael (''die Söhne Israels''), bne Yhudah (''die Judas''), bene Ammon (''die Söhne Ammons''), bene Babel (''die Söhne Babylons'') usw. 

All diese Stämme oder Völker können auch ohne bene (''Söhne von'') als Yisrael, Ammon oder Yehudah  bezeichnet werden. Analog könnte die Kombination bene elohim einfach auf elohim verkürzt werden - d.h. ein Angehöriger der Söhne (oder des Volkes) Gottes. 

 

*Schwer zu verstehen? Gleason L. Archer

 

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Tags: Erklärung, Gott, Jesus, Johannes 10:34, Söhne Gottes

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