Einwände gegen die Prä-existenz Christi

Argument: Christen glauben, dass Johannes 8:58 ein Beweis für die Gottheit Jesu ist, weil er behauptete vor Abraham zu existieren. Wie auch immer, die Bibel sagt, dass sowohl Salomon (Sprüche 8:22) als auch Jeremia (Jeremia 1:5) exestierten, bevor sie auf die Welt durch die Geburt kamen. Zeigt dies somit nicht auch, dass beide Gott sind? Jesus sagte nicht, dass er vor Adam existierte, nur vor Abraham, und selbst die Engel exestieren vor Adam und Abraham.


Antwort: Bevor wir den Punkt des Einwenders adressieren, sollten wir zuerst den gegebenen Kontext von Johannes 8:58 zitieren, um damit genau das zu würdigen, was der HERR Jesus von sich beanspruchte:


''Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten, ich bin von oben. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. Darum habe ich euch gesagt, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.'' (Johannes 8:23-24)

 

''Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt.'' (Johannes 8:43)


''Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit! Da sprachen die Juden zu ihm: Jetzt erkennen wir, daß du einen Dämon hast! Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit! Bist du größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind auch gestorben. Was machst du aus dir selbst?Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt, er sei euer Gott. Und doch habt ihr ihn nicht erkannt; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht!, so wäre ich ein Lügner, gleich wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, frohlockte, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht 50 Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war (genesthai), bin ich! Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hindurch, und entkam so.'' (Johannes 8:51-59)

 

Der Herr Jesus, in dem Bezug, dass er von oben ist, dass er von Gott kam, wiederholte er mehrfach:

 

''Denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.  Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist, und sie sprachen: Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann dieser denn sagen: Ich bin aus dem Himmel herabgekommen?'' (Johannes 6:39; 41-42)

 

'' Wie nun, wenn ihr den Sohn des Menschen dorthin auffahren seht, wo er zuvor war?'' (Johannes 6:62)

 

''Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.  Da sagen seine Jünger zu ihm: Siehe, jetzt redest du offen und gebrauchst kein Gleichnis!'' (Johannes 16:28-29)

 

 Jesus sagt, dass sein Wort eine Person daran hindert, jemals zu sterben, ein Punkt, den er an anderer Stelle widerholt:

 

''Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr! Ich glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.''  (Johannes 11:25-27)


Jesus behauptet auch, dass Abraham ihn sah, und dass er schon existierte bevor Abraham geschaffen wurde, was erklärt, wie es möglich sein konnte, dass Abraham jemand sehen konnte, der auf dieser Erde 2000 Jahre nach ihm wandelte. Kein Wunder, dass die Juden ihn steinigten wollten! Hierbei bezogen sie sich auf 3Mose24:16.

 

Nun, das Christus selbst auch vor Adam exestierte ist an anderer Stelle deutlich zu sehen:

 

''Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.'' (Johannes 17:5)

 

Vergleiche dies mit dem Prologe des Johannes:

 

''Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.  Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht.  Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.'' (Johannes 1:1-3; 10-11; 14)

 

Nicht nur exestierte Jesus schon bevor Anbeginn der Welt - Nein, er war der Vertreter welchen Gott benutzt hat um die Welt zu erschaffen und alle anderen Dinge die geschaffen worden sind. In der Tat schuf er die Engel nach Johannes! Da wir die Einführung abgeschlossen haben, können wir uns jetzt mit den speziellen Einwendungen beschäftigen. Es sollte gesagt werden, dass keine von diesen zitierten Passagen (Jer1:5; Spr8:23) die Prä-existenz Christi, seine ewige Gottheit im NT exziplit widerlegen.

Das einzige, was diese Verse zeigen würden, ist, dass Salomo und Jeremia vor ihrer menschlichen Geburten als Engelwesen existierten, da keiner von ihnen sagte das sie Gott seien, müssen sie daher als Engel exestiert  haben. Um daher zu appellieren und zeigen zu wollen, die Gottheit Christi zu widerlegen, ist nichts weiteres als eine unlogische Schlussfolgerung und nicht um etwas zu widerlegen wollen.

 

Zweitens, tatsächlich ähneln sich Spr8:22 und Johannes 8:58 in gewisserweise. In der Tat wird Sprüche 8 oft mißinterpretiert und falsch angewand, da sie nicht über Salomon sprechen, sondern über Gottes eigener göttlicher Weisheit, seine persönlichen Attributen der Weisheit.

Das gesamte Kapitel personifiziert Gottes Attribute der Weisheit, so dass ihre Bedeutung in einer Person Erlösung und Gottesfurcht zu finden sind:

 

''Ruft nicht die Weisheit laut, und läßt nicht die Einsicht ihre Stimme vernehmen?
 Oben auf den Höhen, draußen auf dem Weg, mitten auf den Plätzen hat sie sich aufgestellt;
zur Seite der Tore, am Ausgang der Stadt, beim Eingang der Pforten ruft sie laut:
An euch, ihr Männer, ergeht mein Ruf, und meine Stimme an die Menschenkinder!

Ihr Unverständigen, werdet klug, und ihr Toren, gebraucht den Verstand!
Hört, denn ich habe Vortreffliches zu sagen, und meine Lippen öffnen sich für aufrichtige Rede.
Denn mein Mund redet Wahrheit, und meine Lippen verabscheuen Gottlosigkeit.
Alle Reden meines Mundes sind gerecht, es ist nichts Verkehrtes noch Verdrehtes darin.
Den Verständigen sind sie alle klar, und wer Erkenntnis sucht, findet sie richtig.
Nehmt meine Unterweisung an und nicht Silber, und Erkenntnis lieber als feines Gold!
Ja, Weisheit ist besser als Perlen, und alle Kostbarkeiten sind nicht zu vergleichen mit ihr.
Ich, die Weisheit, wohne bei der Klugheit und gewinne die Erkenntnis wohldurchdachter Pläne.
Die Furcht des Herrn bedeutet, das Böse zu hassen; Stolz und Übermut, den Weg des Bösen und einen verkehrten Mund hasse ich.
Von mir kommt Rat und Tüchtigkeit; ich bin verständig, mein ist die Kraft. 

Durch mich herrschen die Könige und erlassen die Fürsten gerechte Verordnungen.
Durch mich regieren die Herrscher und die Edlen, alle Richter auf Erden.
Ich liebe, die mich lieben, und die mich eifrig suchen, finden mich.
Reichtum und Ehre kommen mit mir, bleibende Güter und Gerechtigkeit. 

Meine Frucht ist besser als Gold, ja, feines Gold, und was ich einbringe, übertrifft auserlesenes Silber. 

Ich wandle auf dem Weg der Gerechtigkeit, mitten auf den Pfaden des Rechts, 

damit ich denen, die mich lieben, ein wirkliches Erbteil verschaffe und ihre Schatzkammern fülle.

 Der Herr besaß mich am Anfang seines Weges, ehe er etwas machte, vor aller Zeit.'' (Sprüche 8:1-22)

 

Wie man sehen kann hat dieser Text absolut keinen Zusammenhang mit einer angeblichen vormenschlichen Existenz von Salomon. Bezüglich der Jeremia Passage bedeutet das Zitat nicht, dass Jeremiah mit Gott existierte, bevor seine Existenz in der Gebärmutter stattfand. Diese Passage sagt einfach aus, dass Gott Jeremia als einen Propheten auswählte, bevor er ihn erschuf:

 

''Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen: Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich ersehen, und bevor du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt!'' (Jeremia 1:4-5)

 

Das Wort "ersehen/kennen/erkennen/kannte", im Hebräischen yada. Je nach Kontext kann yada zu intimen Beziehungen oder persönlichen Entscheidungen, die man macht verweisen. Beachtet das folgende Beispiel:

''Und Adam erkannte seine Frau Eva; und sie wurde schwanger und gebar den Kain. Und sie sprach: Ich habe einen Mann erworben mit der Hilfe des Herrn! Und Adam erkannte seine Frau nochmals; die gebar einen Sohn und nannte ihn Seth: »Denn Gott hat mir für Abel einen anderen Samen gesetzt, weil Kain ihn umgebracht hat«.'' (1Mose4:1; 25) 

Hier bedeutet yada, dass Adam seine Frau gut durch sexuelle Vereinigung kannte.

 

''Hört dieses Wort, das der Herr gegen euch gesprochen hat, ihr Kinder Israels, gegen das ganze Geschlecht, das ich aus dem Land Ägypten heraufgeführt habe! Es lautet so: Nur euch habe ich ersehen von allen Geschlechtern der Erde, darum will ich auch alle eure Missetaten an euch heimsuchen.''(Amos 3:1-2)

 

Das Wort "ersehen" im obigen bedeutet einfach, dass aus allen Völkern welche Gott geschaffen hatte er Israel zu seinem Volk auswählte. In anderen Worten sagte Gott Jeremia einfach, dass er persönlich beschlossen hatte ihn zu seinem Propheten d.h Sprecher zu erwählen, noch bevor er geschaffen worden war. Das ist weit weg von Johannes 8:58, da Jesus in diesem Tatbestand nicht sagte, dass er von Gott gekannt wurde, bevor Abraham geschaffen wurde. Im gegenteil sagte Christus, dass er schon exestierte, bevor Abraham ins dasein kam. Deswegen freute sich Abraham auch und sah ihn, welches für diesen Fakt zeugt.


Eine andere Erklärung welche gegeben wird als ''widerlegung'' auf die exegese von Johannes 8:58 zur prä-menschlichen Exesitenz Christi ist, dass Jesus einfach behauptete in Gottes Vorhersehung zu exestieren. Mit anderen Worten, Gott wusste und bestimmte Christus Mission, bevor Abraham ins dasein kam, gleich dem Fall Jeremia. 

 

Diese Erklärung ist schlicht Falsch, denn wenn das alles wäre was Christus gemeint hätte, dann könnte er nicht sagen, dass Er da war bevor Abraham exestierte, da schließlich Abraham auch in Gottes Vorhersehung exestiert haben müsste. 

 

Darüber hinaus gibt der hoch anerkannte Christiliche Apologist Dr. Robert M. Bowman Jr. einen weiteren Grund, warum diese Erklärung überhaupt keinen Sinn macht:

 

''...Wie es bereits in Kapitel 6 erwähnt wurde debattierte John Calvin schon Personen in seiner Zeit, welche interpretierten, dass Jesus seit ewigkeiten in der Vorhersehung Gottes exestierte. Diese Ansicht überlebte spät bis ins neunzehnte Jahrhundert, bis es schließlich komplett verworfen von der orthodoxen Beobachtung wurde, da das betonte ἐγὼ (ego) keine anderen Interpretation erlaubt und es schließlich aussagt, dass Jesus seit Ewigkeiten exestierte. 
So schrieb Godet, ein berühmter neunzehnter Jahrhundert Bibelwissenschaftler,:

 "Wenn", sagt Luthardt, 'es zwischen der Apposition zu sein und zu werden, in dieser Rede folgt, dass die Existenz Christi ewig ist, so folgt aus dem ἐγὼ (ego) ganz deutlich, dass diese Existenz persönlich ist. "

Auch wird dies durch den Vergleich mit Abraham bewiesen. Denn es wäre ein Hauch von Scharlatanerie seitens Jesus in plötzlich Ersetzen eines unpersönlichen Prinzip für seine Person, in seiner Antwort auf die Juden, die ihn beschuldigten, dass er sich als Zeitgenosse Abrahams setzt.

Wenn einer der beiden Existenzen im Vergleich persönlich ist, dann muss der andere dies auch sein, sonst ist diese Aussage, da es durch die größte Feierlichkeit geprägt ist,keine ernste Angelegenheit gewesen. "
(Bowman, Jehovah's Witnesses & Jesus [Baker Book House; Grand Rapids, MI, 1995], p. 113; bold emphasis ours)

 

Deshalb, wenn diese Interpretation korrekt gewesen wäre, dann wäre die Aussage Jesu an dieser Stelle völlig  sinnlos gewesen, und die Reaktion der Juden in dem Wunsch, ihn zu steinigen wäre ohne jegliche Grundlage.


Der Beweis ist klar: Jesus Christus ist der ewige Herr der Herrlichkeit, der gesegnete und geliebte Sohn Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

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Tags: Bibel, Jeremia, Jesus Christus, Johannes, Prä-existenz, Sprüche

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